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Donnerstag, 22. März 2018

Saubere Stadt durch "Plogging"?

In jedem Frühling wird rundum zum Frühjahrsputz aufgerufen, und manche folgen sogar dem Aufruf und sammeln all den Unrat, der übers Jahr einfach in die Gegend geworfen worden ist: Coffee-to-go-Becher, Plastiktüten, Bonbon-Einwickelpapierchen, Getränke-Dosen und -Flaschen, machmal ganze Fahrräder oder auch nur einzelne Autoreifen.
Der Frühjahrsputz hat stets nur homöopathische und punktuelle Wirkung und hält nicht lange vor, weil jeden Tag von sorglosen Zeitgenossen nachgelegt wird.
     Wie wäre es denn da, wenn all diejenigen, die die Abfälle dorthin entsorgen, wohin sie gehören, wenn diese achtsamen Menschen es auch noch auf sich nähmen, immer wieder ein wenig von dem Unrat anderer aufzulesen und zu entsorgen.
Warum man das tun sollte? Ganz einfach: Anstatt sich über den hässlichen Anblick zu ärgern, schafft man einen schöneren Anblick und erfreut sich daran.
     Machen wirs wie die Schweden, die daraus einen neuen Sport gemacht haben. "Plogging" heißt der neue Trendsport, dessen Name halb Schwedisch ist ("plocka" = pflücken) und Englisch ("jogging"); will sagen, beim Joggen etwas (Abfall) aufsammeln.
Außer der Sauberkeit haben die schwedischen Erfinder dieses Sports gleichzeitig die körperliche Ertüchtigung im Sinn. Gehen / walken / joggen - stehen bleiben - sich bücken oder in die Knie gehen - weiter gehen / walken / joggen. Das ist Sauberkeit-Schaffen inklusive Körperertüchtigung durch Knie- oder Rumpfbeugen. 
Ich mache das schon lange und schon lange bevor uns die Kunde aus Schweden erreichte. Mach' doch mit. Zuerst geniert man sich ja vielleicht ein bisschen. Aber man gewöhnt sich schnell daran, immer ein kleines Plastiktütchen dabei zu habenund etwas vom Wegesrand hinein zu stecken.
(Wolfgang Köhler)

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