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Dienstag, 8. Juli 2014

Energiewende - Die große Schlucht mit kleinen Schritten überwinden

Sankt Augustin tut zunehmend mehr für den Klimaschutz durch Energie-Einsparung. Seit Jahren gibt es schon den <Fahrplan für den Klimaschutz>, der sich auf Maßnahmen in städtischer Verantwortung bezieht. Seit einiger Zeit gibt es das Solardachkataster, in dem man das Potenzial zur Solarenergie-Gewinnung auf den Dächern von Wohnhäusern und Gewerbebauten und den Investitionsbedarf ermitteln kann. Und jetzt ganz neu wird mit der Broschüre <Energie und Bauen in Sankt Augustin> mit Hilfe ganz konkreter Paxis-Tipps für Entscheidungen und Investitionen geworben, "die zugunsten des Klimaschutzes getroffen werden. Und liefern den Lesern handfeste Anregungen und Informationen, wie sie selbst in den lokalen Klima- und Umweltschutz investieren können."
Und das ist doch soooo wichtig. Der diesbezügliche Kommentar des Präsidenten der Handwerkskammer Düsseldorf, Andreas Ehlert, im Deutschen Handwerksblatt Nr. 11/12 (Juni 2014) bringt Problem und Lösung klar auf den Punkt. Er führt aus:

  • Klimaschutzziel der Bundesregierung ist, den Wärmebedarf der Gebäude bis 2020 in der Summe um 20 % zu senken - der Primärenergiebedarf der Gebäude bis 2050 sogar um 80 %.
  • Laut Heinrich-Böll-Stiftung liegt die Gebäude-Sanierungsquote in der BRD z. Z. nur bei 1 % (in NRW laut Handwerkskammer Düsseldorf  sogar nochweiter unter 1 %)
  • Als Fehler erkennt der Autor, dass bisher die Fördermaßnahmen nur auf teure Komplett-Sanierungen, Null-Energie-Standards oder Plus-Energiehaus-Standards ausgerichtet sind.
  • Es sind die einzelnen kleinen Maßnahmen, die von der Masse der Hauseigentümer und der Wohnungsbaugesellschaften finanzierbar sind, an Stelle der großen Komplettlösungen, an deren Finanzierung sich kaum einer herantraut, die den Erfolg bringen können. Maßnahmen im Gebäudebestand (Fenster erneuern, oberste Geschossdecke isolieren) könnten nach dem Prinzip 'Masse statt Klasse' in der Summe die wirksamste Maßnahme sein. Andreas Ehlert geht von einer möglichen CO²-Minderung um 40 % aus.
  • Es gibt keine Alternative dazu, stellt Ehlert fest: Zurück zur Atomkraft? Geht nicht. - Russisches Gas? Unsicher und sowieso irgendwann zu Ende. - Kohle? Ein Landschafts- und Klimakiller. - Speichertechnologie? Noch nicht massentauglich. - Neue Großtechnik? In der Bevölkerung umstritten.
  • Ehlert: "Das hundertfach bewährte Rezept für einen in der Fläche wirksamen Impuls lautet: Steuererleichterung." Profitieren würde nicht zuletzt das lokale Handwerk, das über gesteigerte Umsätze einen Teil der Steuern wieder einbringen würde, die in die Förderung gesteckt werden müssen.
Also: Keine Zeit zu verlieren! Regierung, worauf wartest du?

W. Köhler

Freitag, 20. September 2013

Energie-Kommissar Oettinger für Rückkehr zur Atomkraft?

Das <Umweltinstitut München> berichtet in seinem jüngsten Newsletter folgendes:

"Laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 19.9.2013 hat er in einer internen Sitzung angedeutet, dass er den atomausbauwilligen Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Tschechien und auch Polen behilflich sein wird, die Atomkraft-Förderung in die europäische Gesetzgebung zu integrieren. Bislang ist diese eine nicht zulässige staatliche Beihilfe.
Das Umweltinstitut München hat nach den ersten Anzeichen für die drohenden Atomsubventionen eine Online-Aktion gestartet, an der sich bereits über 30.000 Menschen beteiligt haben. Wettbewerbs-Kommissar Almunia und Oettinger betonten daraufhin, dass Subventionen für die Atomkraft nicht infrage kämen. Das war anscheinend gelogen!"

Dienstag, 22. Mai 2012

STEIGENDE ENERGIEPREISE MACHEN EINSPARUNGEN DURCH MILDEN WINTER ZUNICHTE

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BUNDESWEITER HEIZSPIEGEL 2012:
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Der Heizenergieverbrauch von Wohngebäuden ist 2011 infolge des milden
Winters um durchschnittlich 18 Prozent gegenüber 2010 gesunken. Die
Heizkosten für Häuser mit Ölheizung sind trotzdem um fünf Prozent
gestiegen. Grund hierfür ist der erneute Anstieg des Heizölpreises um
durchschnittlich 24,5 Prozent. Weniger drastisch fiel die
Energiepreissteigerung bei Erdgas (+ 4,5 %) und Fernwärme (+ 7 %) aus.
Die Heizkosten für diese Energieträger sind infolge des geringeren
Jahresverbrauchs um rund zehn Prozent gesunken. Das geht aus dem
Bundesweiten Heizspiegel 2012 hervor, den die gemeinnützige co2online
GmbH zum achten Mal veröffentlicht und der vom Bundesumweltministerium
gefördert wird. Projektpartner ist wie in den Jahren zuvor der Deutsche
Mieterbund e. V. Für den Heizspiegel wurden 70.000 Gebäudedaten aus dem
Bundesgebiet ausgewertet. Die Broschüre ist inklusive eines Gutscheins
für ein kostenloses Aktions-Heizgutachten als PDF auf www.heizspiegel.de
und www.mieterbund.de verfügbar.

Montag, 12. März 2012

Tarifverträge Strom und Gas: tückisch


Kunden werden von ihren Energie-Lieferanten mit dem Angebot konfrontiert, ihren Liefervertrag von <Normal-Kunde> auf <Sondervertrags-Kunde> umstellen zu lassen. Die Sondertarife sind angeblich passgenau für den Kunden und sollen dadurch zu Ersparnissen führen.
Das ist allerdings nur eine Seite der Wahrheit. Ob Normalkunde oder Sondertarif-Kunde, von diesem Status ist laut Gesetz die von den Energieversorgern an die Stadt zu zahlende Konzessionsabgabe *) abhängig. 
Hier das Beispiel Gas:
·        Bei Sondervertragskunden zahlen Gasversorger pro kWh maximal 0,03 Cent Konzessions-abgabe an die Kommune als Konzessionsgeber (§ 2 Abs. 3 Nr. 2 Konzessionsabgaben-verordnung).
·        Bei normalen Tarifkunden müssen die Gasversorger zwischen 0,22 und 0,61 Cent pro kWh Konzessionsabgabe an die Kommune als Konzessionsgeber zahlen (§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr.2 KAV).
Das bedeutet: Was die Gasversorger den Kunden als "Bonbon" (Sondervertragskunden = niedrigere Tarife), das holen sie sich von den Kommunen durch eingesparte Konzessions-abgabe zurück. Da den Kommunen das Geld aus der Konzessionsabgabe im Haushalt fehlt, muss dafür ein Ausgleich durch Einnahmen an anderer Stelle geschaffen werden - z. B. bei den kommunalen Steuern (Grundsteuer, Gewerbesteuer, Hundesteuer, Vergnügungssteuer).Davon sind dann alle Haushalte betroffen - auch die, die einen teureren Tarif zahlen. Die sogar doppelt.

Autor: Wolfgang Köhler

Freitag, 13. Januar 2012

Runder Tisch

Im <Fahrplan für den Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Sankt Augustin> aus dem Jahr 2007 werden drei interessante Maßnahmen genannt, die man unter das Stichwort "Vernetzung" einordnen könnte:
  • Sankt Augustiner Klimaforum
  • Erfahrungsaustausch der Umweltbeauftragten regionaler Unternehmen zum Thema "Energieeffizienzmaßnahmen"
  • Runder Tisch "Energie und Klimaschutz"
Schon mal gehört? Weiß jemand, ob es diese gibt? Oder hat gar jemand daran teilgenommen?
Ich werde nachfragen, was aus diesen Vorhaben in den vier Jahren geworden ist, die sie jetzt auf Papier gedruckt stehen.

Autor: Wolfgang Köhler